Die neue Serie „Brave New INSTA World“ führt vom reinen Akt weg und bezieht sich direkt auf Fotos oder Videostills aus Instagram. Welches Selbstbild vermitteln vornehmlich junge Frauen von sich in der Öffentlichkeit? Wie wollen sie wahrgenommen werden? Social Media hat die Möglichkeiten ein Traumbild von uns zu zeichnen und veröffentlichen radikal verändert. In der Folge stellt sich die Frage: Ist es real oder ist es nur ein Reel?
Der künstlerische AKT als Herausforderung: Nacktheit als Dauerschleife in Film, Fernsehen, Fotografie, Mode. Nacktheit als Ausdruck von Freiheit und Entfaltung aber auch dargeboten dem Täterblick. Der AKT als Selbstdarstellung in Social Media, Anbiederung an vorgegebene Schönheitsideale, die einzuhalten sind. Sehnsucht, Verlangen, Phantasien, auch unmoralische, weswegen Männer sich oft in ihrem Voyeurismus erwischt fühlen, wohingegen Frauen sich wahrgenommen fühlen. Deswegen habe ich mehr Sammlerinnen als Sammler. Spannend für mich: das Malen des Aktes. Der gemalte Akt ist mir langweilig. Deswegen habe ich ihn aus den Bildern entfernt. Und die Betrachterin, der Betrachter sind sich selbst überlassen. Sich, ihrer Vorstellungskraft, ihrer Phantasie.
In „Ikonografie des Krieges“ spüre ich einem Aspekt nach, der in Kriegen seit Jahrhunderten eine wichtige Rolle spielt: Nämlich welche Bilder wir uns von ihm machen. Ich male keine Kriegsbilder, sondern Bilder von Kriegsbildern. Dabei fällt auf, dass uns mittlerweile wieder ein ganz seltsames Bild vom Krieg gezeigt wird. Unsere Kriege sind hochästhetisch. Heroisch, manchmal fast romantisch, oder entspannt, wie der Soldat, der gemütlich auf dem Sofa im Palast Saddam Husseins eine Zigarette raucht, nachdem Bagdad gefallen war. Das sind Bilder vom Krieg, wie sie schon unser letzter Kaiser gern unter sein Volk gebracht hat. Blutig und grausam ist Krieg immer nur auf der anderen Seite, wenn wir zeigen wollen, warum unser Krieg gerecht und gut ist.
Die Bildsprache, die unsere Politik und unsere Medien heute einsetzen, dient wieder einer Propaganda – und führt dazu, dass wir, die ja den Krieg (noch) nicht selbst erlebt, ein grotesk verzerrtes Bild vom Krieg hat.
Die Wirkmacht der Bilder
„Schlussendlich ist die Erforschung der Wirkmacht der Bilder eine wesentliche Komponente des bildnerischen Schaffens von Steffen Blunk. Dabei gelingt es ihm, den Betrachter in seine malerisch fein differenzierten Bildwelten zu locken, um ihn dann mit der Dynamik der eigenen Erinnerung oder Vorstellungen zu konfrontieren. Ganz im Sinne des amerikanischen Bildwissenschaftlers W. J. T. Mitchell: „Sie (die Bilder) sind gespenstische Erscheinungen, die sich vor unseren Augen oder in unserer Fantasie materialisieren“. (W.J.T. Mitchell: Das Leben der Bilder, München 2008). Dieses Potenzial haben die Werke von Steffen Blunk und das macht sie im Zeitalter der medialen Bilderflut wesentlich.“
(aus: „Die Wirkmacht der Bilder“ von Andrea-Katharina Schraepler)
Ausstellungen und Termine
Oma, Opa und das Böse an sich
5.9. – 11.10.2026
Linda Blüml | Steffen Blunk | Detlef David | David Dibiah | Andreas Helle | Halina Hildebrand | Stephanie Hüllmann | Kaj Osteroth | Thomas Wernicke | Ila Wingen
Kurator: Steffen Blunk
Vernissage:
Samstag, 5. September, 15 Uhr
Finissage und Lesung:
Sonntag, 11. Oktober, 13 bis 17 Uhr | Lesung: 15 Uhr
NEUE GALERIE des Landkreises Teltow-Fläming
Gutenbergstraße 1
15806 Zossen (Wünsdorf-Waldstadt)
033702 21810
www.teltow-flaeming.de/neue-galerie
Öffnungszeiten
Do. bis So. 13 bis 17 Uhr, auch an Feiertagen
Kunstkurse
Grundlagen ÖlMalerei
Immer mittwochs von 18.00 bis 20.00 Uhr
Einstieg jederzeit möglich
Anmeldung unter 033456 38 30 65
oder per Mail: info@steffen-blunk.de
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